Bei der Beantwortung dieser Frage scheiden sich die Geister. In unserem Beitrag stellen wir allerhand Überlegungen an, was dafür und was dagegen spricht, Darts als Sport anzuerkennen. Ist Darts eine Sportart?

Darts ist eine Sportart. Darts erfordert körperliche Anstrengung, motorisches Geschick und wird wettbewerbsmäßig betrieben. Das sind alles Eigenschaften, die eine anerkannte Sportart auszeichnen.

Wie genau diese Aussage untermauert wird und was es für kritische Argumente gibt, erfährst du im Folgenden.

Gesetzliche Definition des Sports fehlt

Um eines gleich zu erwähnen: Es gibt keine gesetzliche Definition des Sports. Somit kann man auch nicht mit hundertprozentiger Sicherheit sagen, ob Darts nun wirklich eine Sportart ist oder nicht.

Jeder darf und soll sich seine eigene Meinung bilden. Am besten geht das in unseren Augen, wenn man sich vergegenwärtigt, wie die meisten Experten Sport definieren, und zu analysieren, inwieweit Darts die jeweiligen Kriterien erfüllt.

Exemplarisch zitieren wir die österreichische Bundessportorganisation (BSO): Unter Sport versteht sie „motorische Aktivitäten, die körperliche Fertigkeiten und Anstrengungen verlangen, die wettkampfmäßig in Interaktion mit anderen Personen betrieben werden können oder gesundheitsfördernden Charakter haben.“

Wenn wir diese durchaus plausible Definition des Begriffes Sport als Basis nehmen, ist Darts relativ eindeutig als Sportart zu werten, denn es erfüllt so ziemlich alle Punkte:

  • Wer Darts spielt, geht einer motorischen Aktivität nach. Schließlich werfen sich die Pfeile nicht von selbst.
  • Darts verlangt körperliche Fertigkeiten, denn um die anvisierten Felder zu treffen, benötigt man unter anderem einen ausgefeilten Wurfstil.
  • Darts verlangt körperliche Anstrengung. Der Druck und die Anspannung vor jedem Wurf wirken sich physisch aus. Abgesehen davon gehört der Kopf doch auch zum Körper. Und der ist beim Darts besonders beansprucht.
  • Darts kann wettkampfmäßig in Interaktion mit anderen Personen betrieben werden.
  • Darts kann unserer Ansicht nach eindeutig gesundheitsfördernden Charakter haben. Hierbei spielen wir auf die mentale Komponente an, die bewusst trainiert wird.

In diesem Sinne vertreten wir ganz klar die Meinung, dass Darts eine Sportart ist. Es gibt aber natürlich auch andere Interpretationen. Wir beleuchten nun grundlegende Pro- und Contra-Argumentationen zu der Frage, ob Darts als Sport zu werten ist.

Pro: Was dafür spricht, Darts als Sportart zu sehen

Beim Darts findet eine zielgerichtete, eigenmotorische Aktivität statt:

Der Spieler bewegt seinen Arm und seine Hand, um einen Pfeil zu werfen und diesen in ein bestimmtes Feld zu befördern.

Kurzum ist ein Dartspieler körperlich aktiv, während er spielt. Und diese körperliche Aktivität dient dazu, eine Leistung unter dem Gesichtspunkt eines Wettkampfes zu erbringen.

Anmerkung:

Der Wettkampf besteht in gewisser Weise auch, wenn ein Darter nur für sich wirft. Dabei misst er sich einfach an seinen eigenen bisherigen Bestleistungen. Dies ist etwa der Fall, wenn man sich selbst mit Kraft- und Ausdauertraining fit hält. Dabei versucht man gemeinhin auch, sich laufend zu verbessern.

Darts erfordert regelmäßiges Training

Dart Training

Einer der wichtigsten Punkte, der dafür spricht, Darts als Sport zu sehen, ist der Fakt, dass es zur erfolgreichen Ausübung regelmäßigen Dart Trainings bedarf.

Natürlich: Jeder kann sich Pfeile schnappen und diese mal irgendwie auf die Scheibe werfen. Doch genauso ist es möglich, sich einen Fuß-, Hand- oder Basketball zu nehmen und nach Gutdünken damit zu spielen.

Doch ob das, was man mit dem jeweiligen Spielgerät fabriziert, auch tatsächlich was hermacht, hängt logischerweise von den eigenen Fähigkeiten ab.

Um beim Darts zu bleiben: Nur mit hartem Training schafft man es, sich einen guten, stabilen Wurf zu erarbeiten, der immer wieder abrufbar ist, sodass man in der Regel genau das Feld trifft, das man in der jeweiligen Situation treffen will.

So verhält es sich im Prinzip auch bei den typischen Sportarten, bei denen doch wohl niemand darüber nachdenkt, ob man sie denn als solche durchgehen lassen kann: Fußball, Basketball, Leichtathletik und so weiter.

Simpel ausgedrückt: Zu Sport gehört körperliches Training zweifelsohne dazu. Und da körperliches Training beim Darts elementar ist, muss es als Sportart gelten.

Darts hat echten Wettkampfcharakter

Last but not least möchten wir noch einmal auf den Wettkampfcharakter zu sprechen kommen. Sport wird von den meisten direkt mit Wettkampf assoziiert. Wenn man Sport treibt, misst man sich mit anderen oder manchmal auch „nur“ sich selbst.

Beim Darts ist der Wettkampfcharakter allgegenwärtig. Ob nun im Training oder bei Turnieren: Es geht ständig darum, Topleistungen abzurufen und besser zu sein. Das macht für viele auch den Reiz des Sports aus.

Eigentlich wirkt es sonnenklar, dass Darts ein Sport ist. Doch die Contra-Argumente sind eben nicht komplett von der Hand zu weisen…

Contra: Was dagegen spricht, Darts als Sportart anzuerkennen

Darts hat bei vielen immer noch den Ruf, nichts weiter als ein Kneipenspiel zu sein, bei dem hauptsächlich gesoffen und gefeiert wird. Natürlich kommt dieses Image nicht von ungefähr, es gibt schon ein paar Gründe dafür:

  • Darts war ursprünglich ein Kneipenspiel und ist als solches bis heute sehr beliebt.
  • Ob in der Kneipe oder in den Locations bei richtigen PDC-Turnieren: Beim Darts fließt in der Regel eine Menge Alkohol, zumindest im Zuschauerbereich.
  • Generell hat Darts einen starken Party-Charakter, auch bei ernsten Turnieren steht gemeinhin das Feiern und Spaß haben im Vordergrund.

„Dartspieler bewegen sich kaum“

Der zweite Aspekt, der Zweifler davon abhält, Darts als Sportart zu akzeptieren, ist die Tatsache, dass sich die Bewegungsintensität doch stark in Grenzen hält. Stimmt natürlich…

Aber:

Wenn es nur danach ginge, wie intensiv sich bei der jeweiligen Beschäftigung bewegt wird, dürfte man beispielsweise auch Golf nicht als Sport anerkennen, geschweige denn Schach.

„Dartspieler wirken oft unsportlich“

Ein wenig haben es sich Dartspieler auch selbst zuzuschreiben, dass ihr Spiel von Außenstehenden gemeinhin nicht als ernstzunehmender Sport betrachtet wird. Denn die meisten Dart Profis sind dick und sehen schlichtweg unsportlich aus.

Somit könnte es dem Ruf von Darts zuträglich sein, wenn Dartprofis zukünftig auch etwas mehr Ehrgeiz in Bezug auf ihre Figur zeigen würden. 😉

Wichtig:

Selbstverständlich möchten wir niemandem vorschreiben, wie er auszusehen hat, ob als Dartspieler oder sonst was. Bei unseren Überlegungen versetzen wir uns lediglich in die Leute hinein, die für die Aussage, Darts sei ein echter Sport, nur ein müdes Lächeln übrig haben.

Fazit

Gut, physische Anstrengung und eine damit einhergehende körperliche Fitness sind vielleicht nicht gerade die Aspekte, die als Erstes ins Auge stechen, wenn man Dartspielern bei ihrem Treiben zusieht.

Dennoch betrachten wir Darts als vollwertigen Sport, bei dem der Körper, vor allem der Kopf, absolut involviert ist. Und wie bei anderen Sportarten braucht es auch für das Pfeile werfen körperliche Fertigkeiten, die man trainieren muss.

Den endgültigen Ausschlag dafür, Darts als Sportart zu bezeichnen, gibt für uns der Wettkampfcharakter, der hier sogar besonders ausgeprägt ist – durch den extremen Druck, als Einzelkämpfer vor dem Gegner und Publikum kühlen Kopf bewahren zu müssen.

Natascha Mussger

Natascha Mussger

Natascha Mussger hat Psychologie studiert und befasst sich seit 2005 mit den mentalen Aspekten des Dartsports. In Zusammenarbeit mit Matthias Rossner schrieb sie drei Bücher zu diesem Thema, darunter auch “Mentales Dart: Treffsicherheit beginnt im Kopf”.