Einen Robin Hood Dart landen – das klingt zunächst ziemlich cool. Doch wenn du erst einmal weißt, was damit gemeint ist, wirst du dieses unfreiwillige Kunststück lieber so gut es geht vermeiden wollen. In diesem Beitrag erfährst du alles Wissenswerte rund um den sogenannten Robin Hood im Dartsport.

Was ist ein Robin Hood Dart?

dart robin hood

Von einem Robin Hood Dart ist die Rede, wenn zwei Pfeile ineinander oder aufeinander stecken. Die Spitze des zweiten Pfeils bleibt dabei entweder im Schaft oder im Flight des ersten Pfeils stecken. Es zählt 0 Punkte.

Wie viele Punkte zählt ein Robin Hood Dart?

Verrückte Robin Hood Shots

Ein Robin Hood Dart zählt genau… 0 Punkte. Das Ergebnis ist also exakt das gleiche, wie wenn dein Pfeil den Punktebereich auf der Dartscheibe oder letztere sogar komplett verfehlt – nur mit dem Unterschied, dass ein Robin Hood zumindest gut aussieht und dir die Möglichkeit gibt, den Wurf als gewollt zu verkaufen. 😉

Aber mal im Ernst: Wenn du beim Spielen einen Robin Hood landest, gilt der Versuch zwar als Wurf, beschert dir jedoch keine Punkte. Die Regeln besagen, dass die Pfeilspitze mit der Dartscheibe in Kontakt kommen und auch in dieser stecken bleiben muss. Nur dann kann der Wurf überhaupt in die Wertung einbezogen werden.

Wie tief der Dart in der Scheibe steckt, ist irrelevant. Er muss das Board also nicht unbedingt mehrere Zentimeter durchdringen. Wichtig ist allein, dass die Pfeilspitze die Oberfläche der Scheibe berührt – und das natürlich innerhalb eines Zahlensegments, denn ansonsten hast du ja auch wieder nichts davon.

Anmerkung:

Diese Regel bezieht sich ausschließlich auf das klassische Steel Dart. Beim elektronischen Dartspiel entscheidet die Dartscheibe automatisch, ob ein geworfener Pfeil einen Score erzielt hat oder nicht.

In jedem Fall ist ein geworfener Dart immer ein gespielter Dart. Du darfst den Wurf also nicht wiederholen, wenn dir ein Robin Hood passiert.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit für einen Robin Hood Dart?

Die Wahrscheinlichkeit für einen Robin Hood Dart ist relativ gering. Eine genaue Angabe lässt sich nicht machen, da sie von einer Vielzahl individueller Faktoren abhängt. Einfluss haben unter anderem:

  • Körpergröße: Je größer der Spieler, desto wahrscheinlicher ist es, dass es häufiger zu einem Robin Hood kommt.
  • Wurfstil: Wirft man den Pfeil eher „von oben“, erhöht das die Wahrscheinlichkeit für einen Robin Hood.
  • Spielniveau: Je geübter und besser man spielt, desto unwahrscheinlicher ist ein Robin Hood. Aber: Auch gestandenen Profis rutscht hin und wieder mal einer raus.

Darüber hinaus spielt die Qualität der Pfeile eine Rolle. Mit hochwertigen Darts ist die Wahrscheinlichkeit für einen Robin Hood normalerweise geringer.

Hinweis:

All das sind lediglich Meinungen von Dartspielern, die auf Beobachtungen und Erfahrungen beruhen. Nichts davon ist wissenschaftlich bestätigt.

Gab es schon einmal einen doppelten Robin Hood?

Einen doppelten Robin Hood gab es bereits diverse Male. Beispielsweise ist diese Wurfkuriosität mit John Bowles und Rob Cross auch schon bekannten und sehr erfolgreichen Dartspielern „gelungen“.

Von einem doppelten Robin Hood spricht man, wenn nicht nur zwei, sondern gleich drei Darts ineinander stecken bleiben:

  • erster Pfeil landet in der Scheibe
  • zweiter Pfeil landet in der Rückseite des ersten Pfeils
  • dritter Pfeil landet in der Rückseite des zweiten Pfeils

Manche Dartspieler bezeichnen den doppelten Robin Hood auch als Triple Robin Hood, Rob Cross etwa.

Wie verhindere ich einen Robin Hood, damit meine Flights nicht kaputtgehen?

Um einen Robin Hood Treffer und damit Beschädigungen der Flights zu verhindern, hast du im Wesentlichen drei Möglichkeiten. Am besten machst du von allen dreien Gebrauch:

  1. Flightprotektoren aus Metall verwenden.
  2. Üben, üben und nochmals üben.
  3. Beim Üben nicht zu viele Darts gleichzeitig im Board stecken lassen.

Flightprotektoren aus Metall helfen, die Flights deiner Pfeile in einem guten, steifen Winkel zu halten:

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Durch regelmäßiges Üben wirst du zunehmend sicherer, sodass sich die Streuung deiner Würfe klar reduziert, was wiederum ungewollte Zufallstreffer, zu denen man auch den Robin Hood zählen muss, unwahrscheinlicher macht.

Dass ein Dart in einem anderen landet, ist logischerweise umso wahrscheinlicher, je mehr Pfeile bereits in der Scheibe stecken. Deshalb empfiehlt es sich, auch beim Üben immer nur maximal zwei bis drei Darts gleichzeitig auf dem Board zu lassen, während du wirfst.

Ein Robin Hood kann dich nicht nur wichtige Punkte im Spiel kosten, sondern auch deine Darts ruinieren. Durchbohrt der Robin Hood Dart den Flight des im Board steckenden Pfeils, ist Letzterer nicht mehr zu gebrauchen.

Fazit

Einen Robin Hood Dart zu landen, lohnt sich nur, wenn du dich selbst und andere unterhalten willst und genügend Dartpfeile besitzt. Ansonsten hat das Kunststück – oder sagen wir lieber Missgeschick – keinerlei Nutzen.

Das Gegenteil ist der Fall: Ein Robin Hood bringt dir keine Punkte, möglicherweise aber einen kaputten, nicht mehr einsetzbaren Pfeil.

Natascha Mussger

Natascha Mussger

Natascha Mussger hat Psychologie studiert und befasst sich seit 2005 mit den mentalen Aspekten des Dartsports. In Zusammenarbeit mit Matthias Rossner schrieb sie drei Bücher zu diesem Thema, darunter auch “Mentales Dart: Treffsicherheit beginnt im Kopf”.