Beim Dart ist das Shanghai Finish eine große Nummer. Wenn dir ein solches mal vor Publikum gelingt, sind dir anerkennende Blicke und tobender Applaus sicher. Klingt, als sollte man sich genauer damit befassen, oder?

Im Folgenden erklären wir, worum es sich beim Shanghai Finish genau handelt. Ein paar zusätzliche Infos zum Thema gibt es noch oben drauf.

Was ist ein Shanghai Finish beim Dart?

Wenn du mit deiner letzten Aufnahme alle Felder eines Segmentes triffst, sprich das Single, Double und Triple derselben Zahl, so hast du ein Shanghai Finish geschafft.

dart shanghai

Beispiel:

Du stehst bei 60 Punkten Rest. Mit dem ersten Pfeil triffst du die Triple 10, mit dem zweiten Dart die Single 10 und dein finaler Wurf landet in der Double 10.

Anmerkung: Wir gehen hier von einem klassischen Steeldart-Spiel mit Double Out aus, deshalb muss das Doppel zum Schluss kommen. Ob du davor erst das Triple oder das Single triffst, spielt hingegen keine Rolle für das Shanghai Finish. Es geht nur darum, dass die drei Darts alle Felder ein und desselben Segmentes abdecken.

Tipp:

Bei Fernsehübertragungen sprechen die Kommentatoren vor allem dann von einem Shanghai Finish, wenn ein Spieler komplett über das beliebte 20er-Segment auscheckt, also bei einer Restpunktzahl von 120 mit seiner letzten Aufnahme die Single 20, Triple 20 und Double 20 trifft und damit nicht nur ein Shanghai Finish, sondern auch ein spektakuläres High Finish hinlegt.

Wie schwierig ist beim Dart ein Shanghai Finish?

Beim Dart ist ein Shanghai Finish definitiv eine der schwierigsten Aufgaben. Schon allein alle drei Felder desselben Segmentes zu treffen, stellt selbst für Profis eine große Herausforderung dar. Wenn es darüber hinaus aber auch noch darum geht, auf diese Weise ein Leg zu beenden, wird die Angelegenheit erst recht anspruchsvoll.

Man steht logischerweise sehr viel mehr unter Druck, als wenn mal die Möglichkeit besteht, mitten im Leg ein Shanghai hinzulegen. Hinzu kommt, dass beim Shanghai Finish das Double den Abschluss bilden muss, zumindest beim Steeldart. Demnach ist man hinsichtlich der Reihenfolge der Treffer nicht völlig frei.

Tipp:

Eine tolle Möglichkeit, um das Shanghai Finish zu lernen, ist das Spiel Dart Shanghai.

Welche Shanghai Finishes sind möglich?

Folgende Shanghai Finishes sind grundsätzlich möglich:

RestpunktzahlSegment
12020
11419
10818
10217
9616
9015
8414
7813
7212
6611
6010
549
488
427
366
305
244
183
122

Warum heißt es Shanghai Finish?

Die Namensherkunft des Shanghai Finish ist nicht eindeutig geklärt. Es gibt jedoch interessante Theorien dazu.

Dass es ausgerechnet Shanghai Finish heißt, könnte auf das Kartenspiel „Shanghai Rommé“ zurückzuführen sein. Bei diesem geht es darum, drei gleiche Karten oder drei Sätze von drei Karten zu erhalten.

Da das Shanghai Finish impliziert, drei Felder desselben Segmentes auf dem Board zu treffen, kann man hier schon eine gewisse Gemeinsamkeit erkennen.

Allerdings wissen wir nun immer noch nicht, warum sich auf die chinesische Stadt Shanghai bezogen wird.

Auch dafür haben wir eine mögliche Erklärung recherchiert:

Shanghai ist in 16 Bezirke und drei Landkreise unterteilt.

Wir sparen uns an dieser Stelle die Namen der Bezirke und Landkreise, schließlich bist du nicht hier, um dich über die Geografie der Stadt Shanghai zu informieren, sondern um mehr über das Shanghai Finish beim Dart zu erfahren.

Worauf wir aber hinauswollen: Es könnte eventuell einen Zusammenhang zwischen dem Shanghai Finish und den drei Landkreisen in Shanghai geben. Zumindest trifft es sich wieder mit der Zahl 3.

Wahrscheinlicher scheint es uns aber, dass der Begriff Shanghai Finish mehr an das Shanghai Rommé, sprich das erwähnte Kartenspiel, angelehnt ist, als an die Stadt.

Fest steht jedenfalls: Unseres Wissens nach wurde das Shanghai Finish beim Darts weder in Shanghai noch von einem Chinesen „erfunden“. Ein wenig komisch und mysteriös bleibt die Namensherkunft also weiterhin.

Natascha Mussger

Natascha Mussger

Natascha Mussger hat Psychologie studiert und befasst sich seit 2005 mit den mentalen Aspekten des Dartsports. In Zusammenarbeit mit Matthias Rossner schrieb sie drei Bücher zu diesem Thema, darunter auch “Mentales Dart: Treffsicherheit beginnt im Kopf”.