Dart Break – das klingt irgendwie, als wäre es etwas Schlechtes. Schlecht ist es aber nur für den Spieler, der gebreakt wird. Der Darter, dem das Break gelingt, darf sich über einen Teilerfolg freuen, der den Ausgang des Spiels stark beeinflussen kann.

Doch bevor wir weiter um den heißen Brei herumreden, kommen wir besser gleich zur Erklärung, was man beim Dart unter einem Break versteht und was genau es bringt, beziehungsweise unter welchen Voraussetzungen es an Bedeutung gewinnt.

Was ist beim Dart ein Break?

Als Break bezeichnet man beim Dart den Gewinn eines Legs, das der andere Spieler eröffnet hat.

Das bedeutet: Wenn dein Gegner das Leg beginnt, du es aber gewinnst, dann hast du ein Break.

Und umgekehrt gilt: Wenn du das Leg eröffnest, dein Gegner es aber beendet, dann hat er dich gebreakt.

Das Prinzip ist also exakt wie beim Tennis, wo von einem Break gesprochen wird, wenn nicht der Aufschläger, sondern der Rückschläger das jeweilige Game gewinnt.

Was bringt ein Break beim Dart?

Tatsächlich kann ein Break beim Dart den Ausschlag darüber geben, wer die Partie am Ende gewinnt. In diesem Sinne hat es durchaus große Bedeutung.

Wie spielentscheidend ein Break wirklich ist, hängt in erster Linie von der Qualität des Spiels ab. Konkret:

In einer Partie mit besonders niedrigen Checkout-Quoten spielt es in Bezug auf die Gewinnwahrscheinlichkeit so gut wie keine Rolle, wer das Leg eröffnet.

Aber:

Bei hohen Checkout-Quoten sowie ähnlichen Averages ist es wahrscheinlich, dass der Spieler das Leg für sich entscheidet, der es begonnen hat.

Wenn man unter diesen Voraussetzungen ein Break schafft, kann das also schon ein ordentlicher Schritt in Richtung Spielgewinn sein.

Lass uns das anhand eines fiktiven Beispiels verdeutlichen:

Du spielst mit deinem Kumpel ein klassisches 501 Double Out mit Best of 5.

Aktuell steht es 1:1.

In diesen ersten zwei Legs hast du einen 3 Dart Average von 70 geworfen, während der deines Kumpels bei 69 liegt.

Jeder von euch hat das selbst eröffnete Leg gewonnen. Dabei habt ihr jeweils beim zweiten Mal, also mit der zweiten Aufnahme im Finish-Bereich, ausgecheckt.

Die Partie ist demnach sehr ausgeglichen und die Checkout-Quoten sind nicht übel.

In Leg 3 (dein Kumpel hat es eröffnet) startet ihr beide wieder ähnlich und kommt nach jeweils 15 Darts, also fünf Aufnahmen, im Finish-Bereich an.

Eine Aufnahme pro Spieler später sieht es so aus:

  • Dein Kumpel steht bei 87 Rest.
  • Du stehst bei 72 Rest.

Dein Kumpel ist an der Reihe, kann das Leg diesmal aber nicht zumachen.

Du checkst deine 72 Rest aus und holst dir damit ein Break und die 2:1-Führung in der Partie.

Nun fehlt dir nur noch ein Leg, um das Best of 5 für dich zu entscheiden.

Da das Spiel die ganze Zeit sehr ausgeglichen war und du das nächste Leg beginnst, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass du die Partie gewinnst.

Die Bedeutung eines Dart Breaks für dominierende Spieler

In einer sehr einseitigen Partie, in der ein Spieler deutlich besser ist als sein Gegner, passiert es häufig, dass Ersterer alle Legs für sich entscheidet und Letzteren damit wiederholt breakt. Das hat für den dominierenden Akteur natürlich den Vorteil, dass er den Sack schnell zumachen kann.

Warum heißt es Dart Break?

Der Gewinn eines Legs durch den Spieler, der es nicht eröffnet hat, wird vermutlich deshalb als Break bezeichnet, weil das Szenario in gewisser Weise die normale Ordnung unterbricht.

Es wird davon ausgegangen, dass in der Regel der Dartspieler das Leg gewinnt, der es beginnt. Wenn nun der andere Spieler das Leg für sich entscheidet, bricht er sozusagen die Regel.

Merke:

Das englische Wort ‚break‘ heißt übersetzt „brechen“ oder „unterbrechen“.

Natascha Mussger

Natascha Mussger

Natascha Mussger hat Psychologie studiert und befasst sich seit 2005 mit den mentalen Aspekten des Dartsports. In Zusammenarbeit mit Matthias Rossner schrieb sie drei Bücher zu diesem Thema, darunter auch “Mentales Dart: Treffsicherheit beginnt im Kopf”.